Grube Fischbacher Werk, Niederfischbach

Die Grube Fischbacher Werk war ein Eisenerz- und Bleierzbergwerk in der Ortsgemeinde Niederfischbach im Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz.

Im 15. Jahrhundert wurden die Rechte auf den Abbau von Bleierzen verliehen, ab 1880 wurde auch Silber abgebaut. Um 1770 wurde eine Gesellschaft gegründet, sie bestand aus einer Konsolidation aus den Einzelgruben Krautgarten, Blumengarten und Wendelseifen.

Zwischen 1860 und 1897 wurde die Grube dreimal verkauft:

  • 1860: durch eine belgische Minengesellschaft

  • 1878: durch eine englische Bergwerksgesellschaft

  • 1897: durch „Niederfischbacher Berg- und Hüttengesellschaft“

 

Im Jahr 1869 fing man an, einen Schacht abzuteufen. Richtiger Tiefbau fand allerdings erst ab 1869 statt. Der Schacht hatte eine Größe von 2,54 × 0,9 m und eine Teufe von 390 m. Ab 1893 trug er die Bezeichnung Alter Schacht, nachdem man bereits 1880 einen zweiten Schacht abgeteuft hatte.

Dieser wurde 465 m tief. Die Gesamtteufe der Grube betrug 510 m, auf die 12 Sohlen verteilt waren; bis zu 350 Belegschaftsmitglieder arbeiteten in ihr. Im Jahr 1869 förderte die Grube 12.388 t Spateisenstein, 71 t Bleierze und 92 t Kupfererz.

1888 bekam die Grube Anschluss an die Bahn Betzdorf-Olpe. Noch 1897 förderte man 9.702 t Eisenerz. 1901 ging sie in Konkurs und wurde 1902 stillgelegt. Zwei Jahre später wurden die Grubenbaue endgültig aufgegeben. Insgesamt wurden 212.562 t Eisenerz und 34.700 t silberhaltiges Bleierz gefördert.

Tagesanlage der Grube Fischbacher Werk um 1885.

Gleiche Stelle wie die obige Aufnahme. Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1960. Nur noch wenige Bergbaurelikte erinnern an das einst prächtige Bergbautreiben.

Die Grubenbahn der Grube Fischbacher Werk. Eine Aufnahme aus dem Jahr 1888.

Hier befand sich der ehemalige Schacht der Grube Fischbacher Werk.

So genannte "Lochsteine" hat man früher als Grenzsteine für die angrenzenden Grubenfelder benutzt. Wie dieser Stein mit der initalie FW für "Fischbacher Werk" aus dem Jahr 1811. Sie liegen heute noch versteckt mitten im Wald. Man übersieht sie leicht.

Im Ortskern Niederfischbach steht als Andenken an den einst blühenden Bergbau der Grube Fischbacher Werk, ein Bergmann als "Bronzestatue" . Unter seinem Linken Arm hält er ein Kelch mit den ersten Fischbacher Silber Ausbeutetaler.

Dieser Wertvoller Leuchter der heute in der St. Mauritius und Gefährten Kirche auch bekannt unter der " Siegerländer Dom " unter Verschluss gehalten wird, besteht aus echten Fischbacher Silber !

Ein Blick auf die Unterseite des Leuchters. Eine Original Gravure aus dem Jahr 1863.

Silber in Lockenform ! Ein Haldenfund aus dem Jahr 2012. Bildbreite: 12 mm. Sammlung: Matthias Reinhardt.

Pyrargyrit ein weiteres "Silbermineral" sitzt hier zusammen mit Galenit auf Siderit. Bildbreite: 1 mm.

Sammlung: Tim Overkott, Siegen.

Pyrostilpnit ein sehr seltenes Silbermineral von der Grube Fischbacher Werk. Bildbreite: 1 mm. Sammlung Tim Overkott, Siegen.

Chalkopyrit auf Quarz. Bildbreite: 1,8 mm. Sammlung: Matthias Reinhardt.

Brauner Sphalerit auf Siderit. Bildbreite: 2,2 mm. Sammlung: Matthias Reinhardt.

Hydrozinkit in seltener Ausbildungsform. Bildbreite: 2,8 mm. Sammlung: Matthias Reinhardt.

Vaesit auf Siderit. Ein seltenes Nickelmineral und eine Neubestimmung für diesen Fundort. Bildbreite: 1,5 mm.

Sammlung: Matthias Reinhardt.

Galenit auf Siderit. Bildbreite: 1,8 mm. Sammlung: Matthias Reinhardt.

Glaukodot auf Quarz. Bildbreite: 1 mm. Sammlung: Matthias Reinhardt.

Boulangerit auf Siderit. Bildbreite: 4 mm. Sammlung: Tim Overkott, Siegen.

Plumbojarosit neben Galenit und Chalkopyrit. Bildbreite: 3 mm. Sammlung: Matthias Reinhardt.

Akanthit auf Silber. Ganz Typisch für die Silberstufen vom Fischbacher Werk ist die spätere Neubildung des Akanthits auf Silber in der Sammlung ! Bildbreite: 4 mm. Sammlung: Matthias Reinhardt.

Bournonit auf Quarz. Bildbreite: 4,9 mm. Sammlung: Horst Geuer, Königswinter.

Rosasit auf Quarz. Bildbreite: 1 mm. Sammlung: Matthias Reinhardt.

Roter Sphalerit als sogenante " Rubinblende ". Bildbreite: 2 mm. Sammlung: Matthias Reinhardt.

Tafeliger Chalkopyrit auf Siderit. Bildbreite: 2,4 mm. Sammlung: Matthias Reinhardt.